Glücklichmacher mit drei
Buchstaben: Pin

Herrlich bunt, leicht und oft nicht größer als ein Daumennagel

Wie eine Medaille werden sie stolz um den Hals getragen. Und sie sind auch genau so heiß begehrt von Vielen. Oft sind sie so zahlreich vorhanden, daß es gut ist, daß sie einzeln nur rund 8 Gramm wiegen, sonst müßten die Sammler von Flaggen-Pins, Spaß-Pins, Wort-Pins etc. vornübergebeugt gehen. Denn ein Pin kommt selten allein.

Es ist gut, dass sie einzeln nur rund acht Gramm „schwer“ sind. Denn die Sammel-Wut an Flaggen-Pins, Spaß-Pins, Wort-Pins… führt zu proppevollen Halsbändern. Einige Sammler müssten eigentlich vornübergebeugt gehen. Ein Pin kommt eben selten allein…

Angefangen hat alles 1896 in den USA, als sich ein schlauer Geschäftsmann die Herstellung des Pins hat patentieren lassen. Vorläufer war die Anstecknadel, die es schon länger gab. Gedacht waren die Pins eher praktisch, denn schmückend. Mit ihnen sollte eine Aussage getroffen werden.

Die Amerikaner hat Chris aus Canterbury in England auch im Verdacht, mit der Tauscherei bzw. Sammlerei angefangen zu haben. „Die sind ganz wild darauf“, sagt er. Genau weiß er es nicht, aber die Leidenschaft für die Pins könnte auch mit Olympia 2012 in London einen Schub bekommen haben.

Jedoch hat er sich anstecken lassen. Mit 31 Pins ist sein Lanyard an den sichtbaren Stellen schon pickepacke voll. So muß die Mütze herhalten und das Akkreditierungs“täschchen“ ist auch schon durchlöchert. Platz ist also mit etwas Fantasie auf jeden Fall noch vorhanden.

Besonders stolz ist er auf einen Pin von den ersten Invictus Games in London 2014. Und Geben ist Seeliger als Nehmen. So gibt er auch schon mal mehrere Pins an Kinder ab und fordert oft nichts zurück. Die Regel 1:1 existiert nicht.

Eddy aus Fontainebleau in Frankreich nennt stolze 20 Pins sein eigen. Er ist Lehrer am Militärgymnasium, dem Centre National des Sports de la Defense und sagt von sich, er sei „so eine Art Chef“. Deshalb habe er einige Pins, die er verteilen könne und sie an Wettkämpferinnen und Wettkämpfer bzw. unterschiedliche Mitarbeiter weitergibt.

Rares Sammlergut sind Pins aus Israel. Das Team ist neu bei den Invictus Games und war nicht auf den Ansturm der Tauschanfragen vorbereitet. Die Augen von Gosa aus Abuja in Nigeria strahlen, als er seine ergatterten Pins betrachtet. Mit 17 Stück ist sein Lanyard – das erwähnte Halsband – schon recht voll. Platz genug für weitere Geschenke ist aber vorhanden.

Gosa nennt mir zu jedem einzelnen Pin den Namen der Person, von der er ihn hat. Auch Nigeria ist das erste Mal bei den Invictus Games. Kostbare Zeit auch, um noch mehr Erinnerungsstücke aus Düsseldorf zu bekommen. Mit Glück hat Gosa sogar einen seltenen Pin mit Israel-Bezug geschenkt bekommen.

Gosa ist überwältigt vom Respekt, den er hier spürt. Er meint, daß er die Pins bekommen hat, im Austausch für die Liebe, die er zu den Menschen fühlt und ihnen zeigt. Und er spürt viel Liebe hier.

Esther und ihre Tochter Bo aus Tiel in den Niederlanden bringen es gesamt auf 39 Pins. Wobei Bo mit 27 mehr als doppelt so viele wie ihre Mutter besitzt und dafür auch ein zweites Schlüsselband braucht. Esther berichtet, daß Leute auf sie zukommen und rufen „Lass uns handeln“, andere ihr die Pins aber einfach schenken. Ihr Mann ist dieses Jahr hier Wettkämpfer, so daß sie hier nach Herzenslust in Ruhe die ganze Woche weiter sammeln können. In Den Haag 2022 waren sie nur einen Tag zu Besuch.

Roberta aus Monza in Italien hat vom Papa, der Wettkämpfer ist, seine 30 Pins zum Tauschen bekommen. Gebracht hat ihr das 13 Trophäen u.a. aus Kanada, Deutschland und den Niederlanden. Mit ihrer „Beute“ ist sie schon glücklich. Doch sie ist noch auf der Suche nach einem Pin aus Südkorea – dann wären die Invictus Games perfekt für sie.

Autor: Sandra Wriedt